Mülheimer Senioren trainieren Fahrt auf Elektrorädern

Ein spezielles Fahrtraining soll Senioren auf elektrisch unterstützten Rädern im Straßenverkehr sicherer machen. Der Polizeisportverein hilft dabei.

Auf dem Schulhof der Max-Kölges-Schule machen statt Kindern neun Senioren auf ihren E-Bikes den Asphalt unsicher. Ziel der Übung ist allerdings genau das Gegenteil. Die Senioren nehmen an einem speziellen E-Bike-Sicherheitstraining, angeboten vom Polizeisportverein Mülheim, teil.

Ob sicheres Anfahren am Berg, korrektes Ausweichen, Notbremsen oder vorausschauendes Fahren - die Teilnehmer haben viele Fragen und unterschiedlichste Anregungen. Sie versprechen sich von der vierstündigen Schulung vor allem mehr Routine im Umgang mit dem Elektrofahrrad.

Der älteste Teilnehmer ist 86 Jahre alt, lockert die Runde mit Anekdoten und Sprüchen auf und beweist, dass man sich trotz des Alters nicht scheuen sollte, aufs Fahrrad zu steigen. Dies scheint sich ganz offensichtlich positiv auf die anderen Teilnehmer auszuwirken, es macht ihnen Mut. Vor allem die weiblichen E-Bikerinnen werden zusehends lockerer.

Bevor es aber aufs Rad geht, schauen sich die Teilnehmer gemeinsam einen Aufklärungsfilm mit praktischen Tipps rund um das Thema E-Bike an.

Gerade ältere Menschen satteln gerne um

Der Hintergrund dafür, ein spezielles Fahrsicherheitstrainings für Senioren auf elektrisch unterstützten Drahteseln anzubieten, ist die Entwicklung der Fahrräder: Lange schien es, als könnten sich Pedelecs und E-Bikes nicht durchsetzen. Nun, wo die Akkus länger halten und die Räder immer schicker, günstiger und leichter werden, satteln gerade ältere Menschen gerne auf die komfortable Variante des Fahrradfahrens um. Weil es sich mit elektronischer Unterstützung aber anders fährt, raten Experten zu einem Sicherheitstraining - nicht zuletzt, weil man auf E-Bikes mitunter ziemlich schnell unterwegs sein kann.

"Diese Verkehrsteilnehmer sind schlecht einzuschätzen. Sie fahren schnell, aber reagieren eher langsam und werden oftmals zu spät wahrgenommen", erklärt Christina Kraemer vom Polizeisportverein Mülheim. Die 45-jährige Beamtin ist für die Unfallprävention der Polizei Mülheim und Essen zuständig und bietet mit ihrem Kollegen seit einiger Zeit das E-Bike-Sicherheitstraining an. "Wir haben heute mit den Teilnehmern praktische Übungen durchgeführt. Vom Kreis-Bahn-Fahren und Ziel- und Notbremsung über Slalom bis hin zur Gewichtsverlagerung", erklärt Michael Ronsiek. Die Veranstalter vom Polizeisportverein Mülheim fühlen sich bestätigt darin, dass Fahrsicherheitstraining auf dem E-Bike ins Leben gerufen zu haben: Das Interesse daran sei enorm und habe sich bereits über die Stadtgrenzen hinaus herum gesprochen.

Heidi Hagemann