Selbstbehauptung OASE funktioniert! Rückmeldung einer Teilnehmerin

Sehr geehrter Herr Ronsieck,

im August/September 2012 nahm ich am „Selbstbehauptungskurs für Frauen“ teil. Einige Wochen später hatte ich Gelegenheit, einen Teil des erworbenen Wissens in einer „harmlosen“ Situation auszuprobieren:

Als ich sp ätnachmittags von der Max-Kölges-Straße in Richtung Bahnhofsvorplatz ging, beobachtete ich von der Fußgängerampel aus, daß eine junge Frau (blond, langhaarig, Alter ca. Schülerin/Abschlussklasse) von einem jungen Mann „mit Migrationshintergrund“ (evtl. ein wenig älter als sie) durch Worte, Umfassen der Schulter, Ziehen am Arm usw. dazu gedrängt wurde, mit ihm zu gehen.

Obwohl es so schien, als würden sich beide kennen, war durch ihre abweisenden, über die Eppinghofer Straße hinweg hörbaren Worte (Hau ab, laß mich in Ruhe usw.) erkennbar, daß dies nicht in ihrem Sinne war.

Sie war in Begleitung ihrer untätigen, allerdings nicht sehr selbstsicher wirkenden, Freundin und der Platz wegen des Feierabendverkehrs belebt. Ohne den Kurs wäre ich hingegangen und hätte die Frau gefragt, ob alles in Ordnung sei oder ob ich die Polizei rufen solle.

So aber ergriff ich die Gelegenheit, auszuprobieren, ob wirklich ein Passant hilft, nachdem ich auf die Situation aufmerksam gemacht und um Mithilfe gebeten habe. Tatsächlich folgte ein Mann der Aufforderung, sprach das Paar an und stellte sich so vor den Mann, daß die Frau abgeschirmt war.

Dadurch hatte ich Gelegenheit, bei der Frau den Sachverhalt zu erfragen und abzuklären, ob ich die Polizei anrufen solle. (Es war der Ex-Freund, der der Meinung war, daß „noch etwas zu klären sei“.) Nachdem sie anfangs die Polizei zuziehen wollte, hielt sie es kurz danach nicht mehr für erforderlich. Also begleitete ich sie bis zur U-Bahn (falls der Ex-Freund ihr durch das Forum kommend noch einmal auflauern sollte) und empfahl der Freundin, in „brenzlichen“ Situationen um Hilfe zu bitten oder die Polizei anzurufen.

Das Erschreckende daran: als ich intuitiv fragte, ob sie die Nummer kenne, blickte sie ratlos auf ihr Mobiltelefon, um dann nach einigem Überlegen: „112 ???“ zu antworten. Ich gebe zu, dass ich es für unwahrscheinlich gehalten habe, daß jemand der Bitte um Mithilfe nachkommt. Es ist ein gutes und beruhigendes Gefühl zu erfahren, daß die empfohlene Verhaltensweise funktioniert.

Trotzdem verzichte ich gerne darauf, weitere im Kurs geübte Verhaltensweisen (Abwehrmaßnahmen) einem Praxistest zu unterziehen.

Viele Grüße, besonders an Ihre Kollegin!