Polizeistiftung hilft Opfern von Verbrechen mit schneller Spende

Mülheim. Fiona hat Furchtbares erlebt. Gerade wohnte die die Elfjährige wieder bei ihrer Mutter, als die Ende November durch einen Schwelbrand verstarb. Nun hat Fiona dankt der Polizeistiftung David + Goliath zumindest das Wichtigste ersetzt bekommen.

Ihre Anzeige stand vor kurzem in dieser Zeitung: Auf fünf Buchstaben fällt der Blick, sie heißen DANKE, dazu wird die „liebe Polizeistiftung“ ausdrücklich erwähnt, und vom „Start in mein neues Leben“ ist die Rede. Ihr altes Leben, in dem Fiona hin- und hergeschoben wurde, muss bereits ein Härtetest gewesen sein.

Nach dem Feuer besaß das Mädchen gar nichts mehr, doch dann fielen zwar nicht die Sterne als Goldtaler vom Himmel, aber sie hatte offenbar Glück: Ein kinderloses Paar aus ihrer Verwandtschaft nahm Fiona auf, und die Polizeistiftung David + Goliath tat das Ihre dazu, gab 2000 Euro für dringendste Anschaffungen: „Angefangen von einer Winterjacke und warmen Schuhen“, sagt Thomas Weise, Kuratoriumsmitglied der Stiftung. „Vor allem aber konnte sie sich ein neues Kinderzimmer aussuchen, damit sie sich nach dem Schicksalsschlag irgendwo heimisch fühlt.“

Hilfe für Kinder, Opfer von Straftaten und Unfällen

Fiona ist nicht die Einzige, der David + Goliath im Jahr 2010 Erste Hilfe geleistet hat. Als ebenfalls kurz vor Weihnachten ein Mobilheim am Entenfang abbrannte, wo u.a. zwei kleine Jungen wohnten, zögerte die Stiftung nicht mit einer 1000-Euro-Spende. Weitere Beispielfälle aus dem abgelaufenen Jahr: ein neues Spielzimmer für das Mülheimer Frauenhaus, in dem ja auch Kinder Zuflucht vor Gewalt finden; 600 Euro für eine Mutter von vier kleinen Kindern, die aus der Unterdrückung ihrer arabischstämmigen Familie geflohen war.

Stets sind es hilfsbedürftige Kinder, die Opfer von Straftaten, Unfällen oder Unglücken wurden, denen sich die genau am 3.3.03. gegründete Stiftung widmet. „Jährlich können wir etwa 10000 Euro weiterleiten“, sagt Thomas Weise. Dass ihnen das Geld nicht ausgeht, dafür sorgen in erster Linie Spender. Hinzu kommen einige Einnahmen aus dem Verkauf von Polizei-Souvenirs: Teddys, T-Shirts, Kaffeebecher.

Bürokratische Hemmnisse überwinde

„Wir haben inzwischen ein enges Netzwerk mit verschiedenen Institutionen“, so Weise, etwa den Kommunalen Sozialen Dienst oder kirchliche Stellen. „Sie melden sich auch bei uns, wenn sie an eigene Grenzen stoßen“, meist: bürokratische Hemmnisse. So hat die Polizeistiftung schon wieder eine Anfrage auf dem Tisch: Es geht um sechs Kinder einer iranischstämmigen Familie, deren Eltern vor Jahren bei einem Verkehrsunfall in der Türkei ums Leben kamen. Nun wünschen sich die Geschwister, die „voll integriert“ in Mülheim leben, das Grab von Vater und Mutter zu besuchen, um Abschied zu nehmen. „Wir prüfen die Sache gerade“ – die Prüfung wird wohlwollend sein...

Von Fiona, die Thomas Weise auch bereits in ihrer neuen Umgebung besucht hat, zeigt er sich tief beeindruckt.: „Sie ist sehr selbstständig. Klasse, wie sie das macht!“ Für die Zukunft wünscht er der Elfjährigen, die übrigens in der Gesamtschule gute Noten hat, „dass sie weiter ihren Weg geht und endlich ein dauerhaftes, liebevolles Zuhause findet“.

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