Mit Spaß und Ausdauer

(NRZ-Mülheim vom 22. Januar 2007)

Beim zweiten Indoor-Cycling-Marathon kamen etwa 5.000 Euro für die Polizeistiftung "David und Goliath" zusammen.

Vier volle Stunden untermalt von dröhnender Bass-Musik und bunt flackernden Lichtern im Wortsinne auf der Stelle treten und sich dabei von einem sogenannten "Instructor" anschreien lassen - das ist Indoor-Cycling.

Am Samstag fand in der Rhein-Ruhr-Sporthalle zum zweiten Mal der Vier-Stunden-Indoor-Cycling-Marathon der Polizeistiftung "David und Goliath" statt. Eröffnet wurde er von Helge Schneider, der es sich nicht nehmen ließ, die sportlichen Aktivitäten mit einer Startklappe, wie man sie aus der Schule kennt, zu eröffnen.

Nach drei Stunden langweilen sich die drei Mitarbeiter der Roten Kreuzes noch immer in einer Ecke der Halle. Logisch: Die Sturzgefahr ist ziemlich gering, wenn sich das Rad während der gesamten Zeit trotz aller Bemühungen seines Be-Sitzers keinen Zentimeter von der Stelle bewegt. Daneben türmen sich übermannshoch Wasserkästen an der Hallenwand. Eine Station weiter bereiten fleißige Helfer Snacks für die Aktiven zu: Bananenscheiben, Orangen- und Apfelscheiben, Müsli-Riegel und - als klitzekleine Sünde Lebkuchen - alles schön mundgerecht zugeschnitten.

Warum aber setzt man sich der lauten Musik, dem Lichtgewitter, dem schreienden Instructor und der körperlichen Belastung aus? Michael Boost antwortet wie aus der Pistole geschossen: "Es ist ein gutes Kardio- und Ausdauertraining" und ergänzt: "Wenn man es richtig macht." Der Oberhausener ist seit 1999 dabei und selber Trainer. Das es ihm beim Indoor-Cycling aber nicht ausschließlich um den Fitness-Aspekt geht, räumt er ein: "Der Spaßfaktor ist natürlich auch wichtig."

Nahmen im letzten Jahr 70 Begeisterte teil, konnte Organisator Thomas Weise in diesem Jahr beinahe die vierfache Anzahl von Sportlern begrüßen. Das stellte die Macher vor ganz besondere Probleme, denn: Woher bekommt man 250 Indoor-Cycling-Räder?

"Wir haben die Räder innerhalb von zwei Tagen mit vier LKWs aus zwölf Studios und Sportvereinen eingesammelt", erklärt Weise. Sie wurden, wie auch alles andere, von Sponsoren kostenlos zur Verfügung gestellt. Sowohl für die LKWs, als auch die 700 Stück Obst und die 800 Liter Getränke gingen keine Mittel verloren. Daraus resultierend kann der Reinerlös der Veranstaltung an die Stiftung gehen.

Mit einem kurzen Indoor-Feuerwerk und ein wenig Live Musik, gesungen vom 20-jährigen freiwilligen Helfer Marc, geht der zweite Indoor-Cycling-Marathon beinahe pünktlich zu Ende.

Die Teilnehmer sind glücklich, die Veranstalter sind es ebenfalls - und als Sahnehäubchen gehen etwa 5.000 Euro an den guten Zweck der Polizeistiftung: Erfolg auf ganzer Linie.