Mülheimer Polizei bewirbt sich um den "Landespreis Innere Sicherheit"

Mit dem außergewöhnlichen Projekt "Lösung eines Kriminalfalles im Rahmen des naturwissenschaftlichen Unterrichts" bewirbt sich die örtliche Polizei gemeinsam mit dem Polizeisportverein um den "Landespreis Innere Sicherheit".

Im Rahmen der Initiative der Ordnungspartnerschaften in Nordrhein-Westfalen, die im Zusammenspiel verschiedener Institutionen zu mehr Sicherheit in Städten und Gemeinden führen soll, können sich Polizeibehörden beim Innenministerium in Düsseldorf um die Auszeichnung bewerben. In einem breiten Spektrum von Themenfeldern leistet seit dem Start der Initiative im Jahr 1997 eine Vielzahl von Beteiligten durch die Zusammenarbeit in Ordnungspartnerschaften einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit und damit der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger in NRW. Innenminister Dr. Fritz Behrens lobte im Jahr 2003 zum ersten Mal den Preis aus. Ziel der Auslobung ist es, die unterschiedlichen Aktivitäten der Beteiligten vermehrt zu kennen und gute Ideen auch anderen Behörden zur Übernahme anzubieten.

Um das Verhältnis zwischen Jugendlichen und Polizei zu verbessern, initiierten die Mülheimer Ordnungshüter gemeinsam mit dem Polizeisportverein und der Willy-Brandt- Gesamtschule an der Oberhausener Straße das Projekt, bei dem eine Schulklasse einen Unterrichtstag nutzt, um einen Kriminalfall zu lösen.

Nachdem die Kinder zu Beginn eine theoretische Einweisung in die Ermittlungsmethoden der Polizei erhalten haben, werden sie von einem Zeugen auf einen gestohlenen PKW aufmerksam gemacht, der am Rande des Schulhofs aufgefunden wurde. Nun übernehmen die Schüler die Polizeiarbeit, die bei der Spurensuche am Auto beginnt. Die gefundenen Spuren werden dann in der Klasse mit Lupen und Mikroskopen untersucht und mit den Zeugenaussagen abgeglichen. Dabei verbinden die Kinder ihre Kenntnisse über naturwissenschaftliche Vorgänge mit den Fahndungsmethoden der Polizei. Schließlich ergibt sich eine Personenbeschreibung des PKW-Diebes und ein Tatverdacht. Zum Ende wird der Täter von der Schulklasse überführt und legt ein Geständnis ab.

Die Mülheimer Polizei gestaltet den Unterrichtstag mit zwei Kripobeamten und einem Polizisten, der den Täter spielt. Die Kosten für die verwendeten Materialien und weitere Ausgaben trägt der Polizeisportverein. Mit der Entscheidung des Innenministeriums, ob die Mülheimer Polizei zu den Preisträgern gehört, ist im Herbst 2005 zu rechnen.