PSV organisiert Krimiwochenende

Polizeiarbeit im Chemie-Unterricht

So aufbereitet macht den Sechstklässlern der Willy-Brandt-Gesamtschule in Styrum sogar der integrierte naturwissenschaftliche Unterricht Spaß: Mit ihrem Wissen in Biologie, Chemie und Physik wollen die Jung-Schnüffler einen "Kriminellen" überführen. Man lernt eben fürs Leben und nicht für die Schule.

"Eine so enge Kooperation zwischen Schule und Polizei hat es im Land noch nicht gegeben", betont Thomas Weise, Mülheimer Polizei-Pressesprecher. Die 29 Schüler werden sich am kommenden Wochenende in der Jugendherberge Kahlenberg einquartieren, um eine inszenierte Straftat aufzuklären. Worum es gehen wird, bleibt natürlich noch geheim - der Spannung zuliebe.

Doch die Nachwuchs-Polizisten können sicher sein, dass sich Gabriele und Axel Flamm einen kniffligen Fall ausgedacht haben. Die beiden Kriminalhauptkommissare, die das Projekt betreuen, haben Erfahrung mit theatralischen Delikten: Seit gut drei Jahren veranstalten sie in Schermbeck Krimi-Wochenenden für Erwachsene.

Am Freitag werden die Kinder zunächst informiert: Spurenarten, von der Faser bis zum Haar, werden geschildert, Möglichkeiten der Spurensicherung und -auswertung bis zur DNA-Analyse erklärt. Frischlinge sind die 29 "Willys" allerdings nicht. "Schon seit einigen Jahren bringen wir den Schülern naturwissenschaftliche Unterrichtsinhalte durch inszenierte Kriminalfälle nahe", betont Lehrer Mathias Kocks, der mit drei Kollegen die Aufsicht übernehmen wird. "Einbruch in die Willy-Brandt-Schule" heißt dann das Stundenplan-Motto, unter dem Fingerabdrücke und Fußspuren untersucht werden.

Am Samstag gehen die Schüler auf Verbrecherjagd, mit original Spurensicherungs-Material der Polizei. Am Abend soll das Geständnis des Überführten mit Cola begossen werden. "Der Täter wird gefasst, ich schwöre", so Gabriele Flamm. Sonntag, nach dem Frühstück, reisen die Kinder wieder ab. Die Kosten des Wochenendpraktikums teilen sich Polizei, Polizeisportverein und die Schule. Die WAZ finanziert die Übernachtungen. Vier Achtklässler reisen zudem mit, um für das Projekt ZEUS - Zeitung und Schule - zu berichten.